Leyendo ahora

Lamentaciones 3

Zürcher Bibel 1931

Lamentaciones Klagelieder Capítulo 3
1
ICH bin der Mann, der Elend erfahren durch die Rute seines Grimms. /
2
Er hat mich getrieben, mich geführt in lichtloses Dunkel. /
3
Nur gegen mich kehrt er immer wieder, den ganzen Tag, seine Hand. /
4
Hinschwinden liess er mir Fleisch und Haut, zerbrach mein Gebein. /
5
Aufgetürmt hat er rings um mich Bitterkeit und Mühsal, /
6
hat mich in Finsternis gelegt gleich ewig Toten. /
7
Er hat mir jeden Ausgang versperrt, mich in schwere Fesseln geschlagen. / (a) Hio 3:23; 19:8
8
Ob ich gleich schreie und flehe - er verlegt meinem Gebete den Weg. /
9
Er hat meine Wege mit Quadern versperrt, hat krumm gemacht meine Pfade. /
10
Er lauert auf mich wie ein Bär, wie ein Löwe im Versteck. / (a) Hio 10:16
11
Er hat mich Irrwege geführt und mich zerfleischt, mich verstört. /
12
Er hat seinen Bogen gespannt und mich dem Pfeil zum Ziele gesetzt, / (a) Hio 16:12
13
hat die Söhne seines Köchers mir in die Nieren geschossen. /
14
Ich bin meinem ganzen Volk / zum Gelächter geworden, zum Spottlied den ganzen Tag. / (a) Hio 30:9
15
Er hat mich gesättigt mit Bitterkeit, mich mit Wermut getränkt. /
16
Er liess meine Zähne an Kies sich zerreiben, trat mich in die Asche nieder, /
17
verstiess meine Seele aus dem Frieden. Des Glücks vergass ich /
18
und dachte: Dahin ist mein Glanz, dahin meine Hoffnung auf den Herrn. /
19
Meines Elends und meiner Irrsal zu gedenken, ist Wermut und Gift. /
20
Ohne Unterlass denkt meine Seele daran und ist gebeugt in mir. /
21
Das will ich zu Herzen nehmen, darum will ich hoffen: /
22
Die Guttaten des Herrn sind noch nicht aus, ja, sie sind noch nicht zu Ende. /
23
Jeden Morgen neu ist sein Erbarmen, und gross ist seine Treue. /
24
Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen. / (a) Ps 16:5; 73:26
25
Der Herr ist gütig gegen den, der auf ihn hofft, gegen die Seele, die ihn sucht. /
26
Es ist gut, in Stille zu harren auf die Hilfe des Herrn. / (a) Ps 62:2
27
Es ist dem Manne gut, ein Joch zu tragen in seiner Jugend. /
28
Er sitze einsam und schweige, wenn er es ihm auflegt. /
29
Er beuge seinen Mund in den Staub, vielleicht ist noch Hoffnung. /
30
Er biete dem, der ihn schlägt, den Backen, lasse sich sättigen mit Schmach. / (a) Jes 50:6; Mt 5:39
31
Denn der Herr wird nicht auf ewig verstossen: /
32
wenn er betrübt hat, erbarmt er sich wieder nach der Fülle seiner Gnade; /
33
denn nicht aus Lust plagt und betrübt er die Menschenkinder. /
34
Dass man mit Füssen tritt alle Gefangenen der Erde, /
35
dass man das Recht des Mannes beugt vor dem Höchsten, /
36
dass man den Menschen bedrückt / in seinem Rechtsstreit, sollte der Herr das nicht sehen? /
37
Wer kann so befehlen, dass etwas geschieht, ohne dass der Herr es geboten? /
38
Kommt nicht vom Munde des Höchsten so Glück wie Unglück? / (a) Jes 45:7; Am 3:6
39
Worüber soll klagen der Mensch, der da lebt? Ein jeder über seine Sünde! /
40
Lasset uns prüfen und erforschen unsre Wege und umkehren zum Herrn! /
41
Lasset uns unsre Herzen als Opfer darbringen vor Gott im Himmel! /
42
Wir sind abtrünnig und widerspenstig gewesen; darum hast du nicht vergeben, /
43
hast dich in Zorn gehüllt und uns verfolgt, hast getötet und nicht geschont, /
44
hast dich in Gewölk gehüllt, dass das Gebet nicht hindurchdrang. /
45
Du hast uns zum Auswurf gemacht, zum Abscheu unter den Völkern. /
46
All unsre Feinde haben über uns das Maul aufgerissen; / (a) Kla 2:16
47
Grauen und Grube sind uns geworden, Verwüstung und Verderben. /
48
Von Wasserbächen strömt mein Auge ob dem Sturz meines Volkes. /
49
Ruhelos fliesst mein Auge und kann nicht aufhören, /
50
bis der Herr vom Himmel herabschaut und dareinsieht. /
51
Mein Auge schmerzt mich um der Töchter meiner Stadt willen. /
52
Gejagt haben mich wie einen Vogel, die mir feind sind ohne Ursache. /
53
Sie haben mein Leben in der Grube vernichtet und Steine auf mich geworfen. / (a) Jer 38:6
54
Die Wasser gingen über mein Haupt, ich dachte: Nun bin ich verloren. /
55
Ich rief deinen Namen an, o Herr, aus der Tiefe der Grube. / (a) Ps 130:1
56
Du hast meine Stimme gehört; verschliesse nicht dein Ohr meinem Flehen. /
57
Du warst nahe, als ich dich anrief; du hast gesprochen: Fürchte dich nicht! /
58
Du hast, o Herr, meine Sache geführt, hast mein Leben errettet. /
59
Du hast, o Herr, meine Unbill gesehen; hilf mir zu meinem Rechte! /
60
Du hast all ihre Rachgier gesehen, all ihre Anschläge wider mich, /
61
hast ihr Schmähen gehört, o Herr, all ihre Anschläge wider mich, /
62
das Gerede meiner Widersacher, die (Böses) wider mich sinnen allezeit. /
63
Ob sie niedersitzen oder aufstehen, / achte auf sie; ich bin ihr Spottlied. /
64
Du wirst ihnen vergelten, o Herr, nach dem Tun ihrer Hände, /
65
du wirst ihre Herzen verblenden. Dein Fluch treffe sie! /
66
Du wirst sie verfolgen mit Grimm, sie vertilgen unter deinem Himmel.
Compartir esta referencia