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Provérbios 27
Zürcher Bibel 1931
1
Rühme dich nicht des morgenden Tages; / denn du weisst nicht, was ein Tag bringen wird. / (a) Jak 4:13-15
2
Ein andrer rühme dich, und nicht dein eigener Mund, / ein Fremder, und nicht deine eigenen Lippen! /
3
Schwer ist der Stein, eine Last der Sand; / doch Ärger wegen des Toren ist schwerer als beide. /
4
Grimmig mag die Wut sein, überwallen der Zorn - / aber wer besteht vor der Eifersucht? /
5
Besser Tadel, der offen sich ausspricht, / als Liebe, die schweigt. /
6
Treuer gemeint sind Schläge vom Freunde / als freigebige Küsse des Feindes. / (a) Ps 141:5
7
Wer gesättigt ist, der zertritt Honigwaben; / wer hungert, dem schmeckt alles Bittre süss. /
8
Wie der Vogel, der fern irrt von seinem Neste, / so ein Mann, der fern irrt von seiner Heimat. /
9
Salböl und Räucherwerk erfreuen das Herz; / doch zerrissen wird die Seele von Leiden. /
10
Gib deinen und deines Vaters Freund nicht auf; / geh nicht in des Bruders Haus, wenn du in Not bist. / Besser ein Nachbar in der Nähe / als ein Bruder in der Ferne. / (a) Spr 17:17; 18:24
11
Sei weise, mein Sohn, so erfreust du mein Herz, / und ich kann antworten dem, der mich schmäht. /
12
Der Kluge sieht das Unglück kommen und birgt sich; / die Einfältigen gehen fürbass und müssen es büssen. / (a) Spr 22:3
13
Wer für einen andern bürgt, dem nimm den Rock, / und um Fremder willen pfände ihn. / (a) Spr 20:16
14
Wer gar zu laut Glück wünscht am frühen Morgen, / dem wird es als Verwünschung angerechnet. / (a) Spr 26:25
15
Beständiges Tropfen am Regentage / und ein zänkisches Weib sind einander gleich. / (a) Spr 19:13
16
(1) Vers 16 ist unübersetzbar
17
Eisen wird durch Eisen geschärft; / so schärft ein Mann den andern. /
18
Wer einen Feigenbaum hütet, geniesst seine Frucht; / und wer seines Herrn wartet, der wird geehrt. /
19
Wie Angesicht neben Angesicht, / so sind der Menschen Herzen verschieden. /
20
Wie Totenreich und Abgrund unersättlich sind, / so werden des Menschen Augen nicht satt. / (a) Pre 1:8
21
Für das Silber der Schmelztiegel und für das Gold der Ofen, / über den Mann aber entscheidet sein Ruf. /
22
Zerstampfst du gleich den Toren im Mörser / samt den Körnern mit dem Kolben, / seine Torheit weicht nicht von ihm. /
23
Achte wohl auf das Aussehen deiner Schafe / und trage Sorge zu deiner Herde; /
24
denn kein Reichtum bleibt ewig, / kein Vorrat für alle Zeiten. /
25
Ist das Gras geschwunden und das Grün abgeweidet, / sind die Kräuter der Berge gesammelt, /
26
dann hast du Lämmer zu deiner Bekleidung / und Böcke als Kaufpreis für einen Acker, /
27
hast Ziegenmilch genug zur Nahrung für dich und dein Haus / und zum Unterhalt für deine Mägde. /