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Salmos 78

Zürcher Bibel 1931

Salmos Psalmen Capítulo 78
1
EIN Lied Asaphs. Höre, mein Volk, auf meine Weisung; / neiget euer Ohr den Worten meines Mundes. /
2
Ich will meinen Mund auftun zu Sprüchen, / will Rätsel verkünden aus der Vorzeit, /
3
die wir gehört und verstanden haben, / die unsre Väter uns erzählten. /
4
Nicht ward es verschwiegen von ihren Kindern; / dem kommenden Geschlecht erzählten sie / die Ruhmestaten des Herrn und seine Stärke / und seine Wunder, die er getan hat: /
5
wie er ein Zeugnis aufstellte in Jakob / und eine Satzung gab in Israel, / die er unsern Vätern auftrug / ihren Kindern kundzutun, / (a) 5Mo 4:9
6
damit das kommende Geschlecht sie erfahre, / dass die Kinder, die geboren werden sollten, / aufstünden und sie kundtäten ihren Kindern /
7
und auf Gott ihr Vertrauen setzten, / dass sie der Taten Gottes nicht vergässen / und seine Gebote hielten, /
8
dass sie nicht würden wie ihre Väter, / ein widerspenstiges und trotziges Geschlecht, / ein Geschlecht, dessen Herz nicht fest war / und dessen Geist nicht treulich zu Gott hielt. / (a) 5Mo 32:5-43
9
Die Söhne Ephraims, bogengewappnet, / kehrten um am Tage der Schlacht; /
10
sie hielten den Bund Gottes nicht / und wollten nicht wandeln nach seinem Gesetz. /
11
Sie vergassen seiner Taten, / seiner Wunder, die er sie schauen liess. /
12
Vor ihren Vätern hatte er Wunder getan / im Lande Ägypten, in Zoans Gefilde: / (a) 4Mo 13:23
13
das Meer zerteilte er und führte sie durch, / liess die Wasser feststehen gleich einem Damm, / (a) 2Mo 14:22
14
leitete sie mit der Wolke bei Tage, / die ganze Nacht mit Feuerschein. / (a) 2Mo 13:21
15
Er spaltete Felsen in der Wüste, / tränkte die Steppe wie mit Urzeitsflut, / (a) 2Mo 17:6
16
liess Bäche hervorbrechen aus dem Stein / und Wasser herabfliessen wie Ströme. /
17
Dennoch sündigten sie weiter an ihm / und trotzten dem Höchsten in der Wüste: /
18
sie versuchten Gott in ihrem Herzen, / Speise verlangend nach ihrem Gelüste. / (a) 2Mo 16:3; 4Mo 11:4
19
Und sie redeten wider Gott: / "Vermag wohl Gott, in der Wüste den Tisch uns zu decken? /
20
Siehe, er hat den Felsen geschlagen, / dass Wasser flossen und Bäche strömten; / vermag er aber auch Brot zu geben, / oder Fleisch zu schaffen seinem Volke?" /
21
Darum, als der Herr das hörte, ward er entrüstet, / Feuer entzündete sich wider Jakob, / und Zorn stieg auf wider Israel, / (a) 4Mo 11:1
22
weil sie Gott nicht glaubten / und nicht vertrauten auf seine Hilfe. /
23
Und er gebot den Wolken droben, / die Tore des Himmels tat er auf, /
24
liess Manna auf sie regnen, sie zu speisen, / und gab ihnen Himmelskorn. / (a) 2Mo 16:4-15
25
Menschen assen Engelbrot, / Zehrung sandte er ihnen in Fülle. /
26
Er liess den Ost aufstehen am Himmel, / führte den Süd heran durch seine Kraft, /
27
liess Fleisch auf sie regnen wie Staub, / fliegende Vögel wie Sand am Meere; /
28
mitten in sein Lager liess er sie fallen, / rings um seine Wohnung her. /
29
Da assen sie und wurden reich gesättigt, / ihr Begehr gewährte er ihnen. /
30
Noch hatten sie ihr Gelüste nicht gestillt, / noch war die Speise in ihrem Munde, /
31
da erhob sich der Zorn Gottes wider sie / und würgte unter ihren Grossen / und streckte Israels Jungmannschaft nieder. / (a) 4Mo 11:33
32
Trotz alledem sündigten sie wieder / und glaubten nicht an seine Wunder. / (a) 4Mo 14:11
33
Darum liess er ihre Tage erfolglos vergehen / und ihre Jahre in Schrecken. / (a) 4Mo 14:22 23
34
Wenn er sie hinwürgte, fragten sie nach ihm / und suchten wiederum Gott, / (a) Jes 26:16
35
gedachten, dass Gott ihr Fels sei / und Gott, der Höchste, ihr Erlöser, /
36
wollten ihn betören mit ihrem Munde / und logen ihm vor mit ihrer Zunge, /
37
da doch ihr Herz nicht fest zu ihm hielt / und sie untreu waren seinem Bunde. /
38
Er aber in seiner Gnade und seinem Erbarmen, / er vergab ihre Schuld und vertilgte sie nicht / liess oftmals ab von seinem Zorn, / liess nicht aufwachen seinen ganzen Grimm; /
39
denn er gedachte, dass sie Fleisch seien, / ein Hauch, der hinfährt und nicht wiederkehrt. /
40
Wie oft trotzten sie ihm in der Wüste / und kränkten ihn in der Einöde! /
41
Und immer wieder versuchten sie Gott / und betrübten den Heiligen Israels, /
42
gedachten nicht mehr seiner Hand, / des Tages, da er sie vom Feinde erlöste, /
43
da er seine Zeichen tat in Ägypten, / seine Wunder in Zoans Gefilde, /
44
da er ihre Flüsse in Blut verwandelte / und ihre Bäche ungeniessbar machte, / (a) 2Mo 7:17-21
45
da er Geschmeiss auf sie losliess, das sie frass, / und Frösche, die ihnen Verderben brachten, / (a) 2Mo 8:2 21
46
da er ihre Ernte dem Fresser gab / und ihre Arbeit den Heuschrecken, / (a) 2Mo 10:4
47
da er ihren Weinstock mit Hagel schlug / und ihre Sykomoren mit Schlossen, / (a) 2Mo 9:22
48
da er ihr Vieh der Pest preisgab / und ihre Herden den Seuchen, /
49
auf sie losliess die Glut seines Zorns, / Grimm und Wut und Drangsal, / eine Rotte verderbender Engel, /
50
da er freie Bahn schuf seinem Zorn, / ihre Seele nicht vor dem Tode bewahrte / und ihr Leben der Pest dahingab, / (a) 2Mo 9:3 6
51
alle Erstgeburt schlug in Ägypten, / die Blüte der Kraft in den Zelten Hams, / (a) 2Mo 12:29
52
da er sein Volk ausziehen liess wie Schafe, / sie in der Wüste leitete wie eine Herde, /
53
sie sicher führte sonder Schrecken, / während das Meer ihre Feinde bedeckte. / (a) 2Mo 14
54
Er brachte sie nach seinem heiligen Bezirk, / in das Bergland, das er mit seiner Rechten erworben. /
55
Völker vertrieb er vor ihnen, / verteilte sie mit der Meßschnur als Erbe / und liess in ihren Zelten Israels Stämme wohnen. /
56
Aber sie versuchten trotzig den höchsten Gott, / und seine Gesetze hielten sie nicht. /
57
Treulos fielen sie ab wie die Väter, / wandten sich wie ein versagender Bogen. / (a) Hos 7:16
58
Sie erbitterten ihn durch ihren Höhendienst / und reizten ihn zur Eifersucht mit ihren Götzen. /
59
Als Gott es hörte, ward er entrüstet / und verwarf Israel ganz und gar. /
60
Er verwarf die Wohnung zu Silo, / das Zelt, wo er unter den Menschen geweilt. /
61
Er gab seine Macht in Gefangenschaft, / seine Zier in die Hand des Feindes, / (1) gemeint ist die Bundeslade, vgl. 1Sa 4:11 21.
62
überlieferte sein Volk dem Schwerte / und war entrüstet über sein Erbe. /
63
Seine Jünglinge frass das Feuer, / und seine Jungfrauen blieben ohne Brautlied. /
64
Seine Priester fielen durch das Schwert, / und seine Witwen konnten nicht Totenklage halten. /
65
Es erwachte der Herr wie ein Schlafender, / wie ein Held, der vom Weine bezwungen war. /
66
Er stiess seine Feinde von sich, / trieb sie in ewige Schande. /
67
Er verwarf das Zelt Josephs, / den Stamm Ephraim erwählte er nicht, /
68
sondern erwählte den Stamm Juda, / den Berg Zion, den er liebhat. /
69
Himmelshöhen gleich baute er sein Heiligtum, / fest wie die Erde, die er auf ewig gegründet. /
70
Er erwählte David, seinen Knecht, / nahm ihn von den Hürden der Herde, / (a) 2Sa 7:8
71
holte ihn weg von den Mutterschafen, / dass er weide sein Volk Jakob / und sein Eigentum Israel. / (a) 1Sa 16:11-13
72
Und er weidete sie mit frommem Sinn, / leitete sie mit weiser Hand.
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