Leyendo ahora
Job 19
Zürcher Bibel 1931
1
HIOB antwortete und sprach:
2
Wie lange wollt ihr meine Seele quälen / und mit Gerede mich zermalmen? /
3
Zehnmal nun schon schmäht ihr mich / und schämt euch nicht, mich zu misshandeln! /
4
Hätte ich wirklich mich verfehlt? / hätte die Verfehlung bei mir ihre Wohnstatt? / (1) aÜs: "Und wenn ich wirklich einmal fehlte, so bliebe doch meine Verfehlung bei mir."
5
Oder wollt ihr wider mich grosstun / und mich zurechtweisen durch Beschimpfung? /
6
Erkennet doch, dass Gott mein Recht gebeugt / und mich mit seinem Netz umfangen hat. /
7
Seht, ich schreie: Gewalt! und bekomme nicht Antwort, / ich rufe um Hilfe und finde kein Recht. /
8
Meinen Weg hat er verbaut, ich kann nicht weiter, / auf meine Pfade legt er Finsternis. / (a) Hio 3:23; Kla 3:7
9
Meiner Ehre hat er mich entkleidet / und die Krone mir vom Haupt genommen. /
10
Er brach mich nieder um und um, / und ich fahre dahin, er riss meine Hoffnung aus wie einen Baum. /
11
Sein Zorn ist wider mich entbrannt, / und er achtete mich für seinen Feind. / (a) Hio 13:24; 33:10
12
Allzumal rückten heran seine Scharen, / bahnten ihren Weg wider mich / und lagerten sich rings um mein Zelt. /
13
Meine Brüder haben sich von mir getan, / und fremd sind mir geworden meine Bekannten. /
14
Meine Verwandten kennen mich nicht mehr, / vergessen haben mich die Gäste meines Hauses. / (a) Ps 38:12; 69:9
15
Meine Mägde halten mich für einen Fremdling, / als ein Unbekannter gelte ich ihnen. /
16
Ich rufe meinem Knechte - er gibt nicht Antwort, / mit meinem Munde muss ich ihn anflehen. /
17
Mein Atem ward zuwider meinem Weibe / und mein Geruch den Kindern meines Leibes. /
18
Ja, auch die Buben verachten mich; / will ich aufstehen, so höhnen sie mich. /
19
Mich verabscheuen alle meine Vertrauten, / und die ich liebhatte, kehren sich wider mich. / (a) Ps 41:10
20
In meiner Haut verfault mein Fleisch, / nur Haut um meine Zähne bleibt mir übrig. /
21
Erbarmt, erbarmt euch mein, ihr, meine Freunde, / denn die Hand Gottes hat mich getroffen! /
22
Warum verfolgt ihr mich wie Gott / und werdet nicht satt, mich zu zerfleischen? /
23
O dass aufgeschrieben würden, / in ein Buch verzeichnet meine Worte! /
24
mit eisernem Griffel und mit Blei / auf ewig in den Felsen eingegraben! /
25
Ich aber weiss: mein Anwalt lebt, / und ein Vertreter ersteht (mir) über dem Staube. / (1) die gegebene Üs. dieser schwierigen Stelle sucht dem Sinn des (in V. 26 sehr unsicheren) hebrT. möglichst zu entsprechen.
26
Selbst wenn die Haut an mir zerschlagen ist, / mein Fleisch geschwunden, werde ich Gott schauen, /
27
ja ich, ich werde ihn schauen mir zum Heil, / und meine Augen werden ihn sehen, nicht als Feind. / Meine Nieren verzehren sich in meinem Innern. /
28
Wenn ihr sagt: "Wie wollen wir ihn verfolgen, / den Grund der Sache an ihm finden!" /
29
so fürchtet für euch selbst das Schwert! / denn Zorn kommt über die Schuldigen, / auf dass ihr wisst: Es gibt noch ein Gericht.