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Salmos 77
Ludwig Albrecht Neues Testament und Psalmen
1
Dem Sangmeister Jedutun zum Vortrag übergeben. Ein Psalm Asafs.
2
Laut will ich schrein zu Elohim; / Laut ruf ich zu Elohim, daß er mich höre.
3
Zur Zeit meiner Not sucht ich Adonái. / Meine Hand hat sich zu ihm ausgestreckt / Und ist nicht erschlafft; / Meine Seele will sich nicht trösten lassen.
4
Gedenk ich Elohims, so muß ich seufzen; / Sinne ich nach, so verzagt mein Geist. Sela.
5
Du hast meine Augen wach gehalten; / Ich war zerschlagen und konnte nicht reden.
6
Da gedachte ich denn der alten Zeit, / Der längst entschwundenen Jahre.
7
Dacht ich des Nachts an mein Saitenspiel, / So klagte ich tief, / Und grübelnd fragte mein Geist:
8
"Wird denn Adonái auf ewig verstoßen / Und nimmer wieder gnädig sein?
9
Ist denn seine Huld auf immer dahin, / Ist's mit der Verheißung für allzeit aus?
10
Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, / Oder sein Erbarmen in Zorn verschlossen?" Sela.
11
Da dacht ich denn: "Mein Leiden ist dies, / Daß die Rechte des Höchsten sich hat geändert."
12
Ich gedenke der Taten Jahs, / Ja, ich gedenke, wie du / So wunderbar seit der Vorzeit gewaltet.
13
Ich will sinnen über all dein Tun / Und dein herrliches Wirken erwägen.
14
Elohim, dein Weg ist erhaben! / Wo ist ein Gott, groß wie Elohim?
15
Du bist der Gott, der Wunder tut, / Unter den Völkern hast du deine Macht offenbart.
16
Du hast mit Kraft dein Volk erlöst, / Die Söhne Jakobs und Josefs. Sela.
17
Die Wasser sahen dich, Elohim, / Die Wasser sahen dich und bebten, / Auch die Tiefen erzitterten.
18
Die Wolken ergossen Wasser, / Der Donner krachte aus dem Gewölk, / Und deine Pfeile flogen umher.
19
Dein Donner dröhnte im Wirbelwind; / Blitze erhellten das Erdenrund, / Es wankte und bebte die Erde.
20
Im Meer ging dein Weg dahin / Und dein Pfad durch mächtige Wasser. / Doch deine Spuren sah man nicht. Wie Schafe hast du dein Volk geleitet / Durch Moses und Aarons Hand.